Städte der Uckermark I
Die Uckermark, im nördlichsten Zipfel Brandenburgs gelegen, das sind fruchtbare Felder, sonnige Kiefernwälder und eine Vielzahl kleiner und großer Seen. Die Gegend hier ist wie kaum eine zweite von der Eiszeit geprägt. Sanfte Hügel und der einzigartige Seenreichtum zeugen davon.
Doch so schön und idyllisch die Landschaft auch ist, die Zeit ist auch hier nicht stehen geblieben. Die sechs Uckermark-”Metropolen” Angermünde, Brüssow, Lychen, Prenzlau, Schwedt und Templin sind hierfür der beste Beweis.
Lychen liegt am Nordwestrand der Uckermark, direkt an der Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern.
Malerisch eingebettet zwischen Seen und Wäldern, liegt das Städtchen mitten im “Naturpark Uckermärkische Seen”. Man kann bei Lychen getrost von einer Inselstadt sprechen, denn tatsächlich ist sie zum Großteil von Wasser umgeben. – Den endlos scheinenden sieben Seen des “Lychener Seenkreuzes” nämlich.
Die weitläufige Waldlandschaft und der Wasserreichtum laden zum Baden, Schwimmen, Angeln und zu Bootsexkursionen ein. Auch für Wanderungen und das hier gern praktizierte Pilze sammeln ist Lychen ein idealer Ausgangsort. Ein gut ausgebautes Radnetz durch die herrliche Landschaft werden jedes Radlerherz höher schlagen lassen.
Selbst einen Hauch deutscher Literaturgeschichte kann man hier erhaschen, denn
Lychen liegt in unmittelbarer Nähe des kleinen Ortes Feldberg, der von dem deutschen Autor Hans Fallada in einigen seiner Bücher erwähnt wurde. Fallada, der „Autor der kleinen Leute“ lebte seinerzeit in Carwitz bei Feldberg. Das Falladahaus lädt noch heute zum Besuch ein und eignet sich hervorragend für einen Tagesausflug.
Nordwestlich von Lychen liegt das mittelalterliche Prenzlau.
Prenzlau – gegründet im Jahre 1234 – ist die Hauptstadt des gleichnamigen Kreises. Gelegen am Unteruckersee bieten sich dem Besucher hier vielfältige Erholungsmöglichkeiten. Der See lädt ein zu naturnahem Wassersport wie Rudern, Baden, Schwimmen und Wassertreter fahren. Wer mit mehr PS über das Wasser gleiten möchte, dem sei eine Dampferfahrt mit dem Uckerdampfer ans Herz gelegt. Auch für lange, stimmungsvolle Spaziergänge oder zünftige Wanderungen sind die gut ausgebauten Wege um den Uckersee bestens geeignet.
Wahrzeichen Prenzlaus ist die Marienkirche. Lange Jahre und sehr aufwändig restauriert, gehört sie zu den schönsten und größten Bauwerken der hier so verbreiteten Backsteingotik. Jedem Prenzlau-Reisenden sei außerdem der Besuch des ehemaligen Dominikanerklosters empfohlen. Wo einst die Mönche wandelten, hat heute das Kulturhistorische Museum seinen Sitz. Hier findet man u. a. Teile des Rolands der Stadt und hier sind auch die in grauen Vortagen abgehackten „Schwurhände” zweier verräterischer Bürgermeister, die die Stadt einstmals an die Pommern ausgeliefert hatten, zu bestaunen.
Prenzlau ist überhaupt ein Städtchen, in dem man noch auf Schritt und Tritt dem Mittelalter begegnen kann. So sind große Teile der ehemaligen Stadtmauer noch immer erhalten. Auch einige der Stadttore, wie Steintor, Blindower Tor und Mitteltor, sind noch immer in Betrieb. Die in die Mauer eingelassenen Türme, wie Seilerturm, Pulverturm oder Hexenturm, werden heute allerdings nicht mehr benutzt.
Wer Prenzlau im September besucht, den erwartet ein kultureller Höhepunkt der besonderen Art, das “Prenzlauer Historienspektakel”. Der Trachtenumzug mit Chordarbietung und historischen Spielszenen ist übrigens das größte Laienspiel Deutschlands.
Von Prenzlau aus lohnt sich ein Ausflug ins nahe, nordwestlich gelegene Brüssow. Brüssow ist ein Ort, der mit Landschaft und idyllischer Atmosphäre besticht. Für Wanderungen, Fahrradtouren, Ausritte oder für einzigartige Naturbeobachtungen ist das Brüssower Land wie geschaffen.
Fortsetzung: Templin / Angermünde / Schwedt-Oder