Kloster Chorin
Das ehemalige Zisterzienserkloster Chorin hat eine bewegte Geschichte. bevor es heute als Veranstaltungsort für Konzerte sowie als Museum genutzt wurde, hatte es schon viele Funktionen. Ein geschicktlicher Rückblick sammelt einige wichtige Fakten:
Die Ursprünge:
Im Jahre 1258 wurde die Mark Brandenburg von den beiden Brüdern Otto III, und Johann l. geteilt. Otto I. erhielt im Zuge dieser Aufteilung den Barnim, den Teltow und die Zauche sowie einen Anteil an der Prignitz mit dem Hauskloster Lehnin. Johann l (er war der ältere der beiden Brüder) fielen die heutige Uckermark, der andere Teil der der Prignitz sowie das Havelland zu. Da Johann lauf seinem Besitz kein kloster hatte, musste er ein neues stiften: Chorin.

© nicky39 – Fotolia.com.jpg
Am 2. September 1258 – sehr kurz nach der Trennung der beiden Gebiette – war es so weit: Gemeinsam stifteten Otto und Johann das Kloster Mariensee. Es sollte nach ihrem Willen auf einer Insel am Parsteinsee errichtet werden und erhielt die vier Dörfer Chorin, Brodowin, Plawe und Pehlitz sowie acht Seen aus der näheren Umgebung. Die Grundlage für einen wirtschaftlichen Erfolg des neu gegründeten Klosters war somit gegeben. Das bereits bestehende Kloster Lehnin wurde beauftragt, die Neugründung zu überwachen und bereits im Jahr 1260 konnte der Abt von Lehnin Mönche in das neu entstandene Kloster entsenden.
Doch der Stifter Markgraf Johann l. sollte die Fertigstellung des Klosters nicht mehr selbst erleben. 1266 – in seinem Todesjahr – waren von der Klosteranlage lediglich Teile vorhanden. Optimistisch, dass das Kloster demnächst fertig gestellt würde, erklärte er Mariensee zu seiner letzten Ruhestätte. Doch das Kloster Mariensee sollte nie fertiggestellt werden.
Der Umzug:
Historiker stellten fest, dass die Mönche die Arbeiten relativ früh einstellten und ab 1270 die Verlegung des Klosters begannen. Warum sie so entschieden ist leider nicht überliefert, es gibt aber Aufzeichnungen, die besagen, dass die Arbeiten äußerst schwierig waren und unglücklich verliefen.
Ab 1273 begannen dann die Mönche in Chorin ein neues Kloster zu errichten. Der Sarg des Stifters Johann I. wurden überführt und er wurde dort ein zweites Mal feierlich beigesetzt. Und während Chorin wuchs und gedieh, verfiel Mariensee und ist heute nur noch in Bruchstücken erhalten.
Baustil:
Das Kloster Chorin ist in seiner Einfachheit kein typisches gotisches Bauwerk. Vielmehr ist es aufgrund seiner Schlichtheit für die Baukunst der Zisterzienser typisch. Als Grundlage der meisten Bauwerke dientem dem Orden einfache, kopierbare Grundrisse, die lokalen Gegebenheiten und Baustilen gekonnt angepasst wurden. Die bei gotischen Bauten oft so ausladenden Strebesysteme mit Pfeilern und Bögen sowie hohe Gewölbe wurde von ihnen nicht eingestzt, die Kirche galt ihnen mehr als Zweck- denn als Prunkbau.
Von der Reformation bis heute:
1542 wurde das Kloster im Zuge der Reformation säkularisiert und Joachim II. sanierte seine leeren Kassen mit den großen Besitztümern, über die Chorin verfügte und von etwa 1550 bis ins beginnende 19. Jahrhundert war das Bauwerk dem Verfall preisgegeben. Ab 1817 wurde das ehemalige Kloster dann unter der Leitung von Karl Friedrich Schinkel renoviert und dient heute als Museum, dem Tourismus und als Veranstaltungsort.